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Wenn jemand mit dem Namen Albern einen Artikel schreibt, sollte man dann am besten sofort Rückschlüsse ziehen über die Ernsthaftigkeit seiner Worte? Diese zumindest bei dem Geschreibsel, welches gestern in der Readers Edition veröffentlicht wurde, in Frage stellen. Ich hoffe es. Denn sollte dieser Text ernst gemeint sein, dann gehört er zu den schlechtesten, die je über Autismus geschrieben wurden. Obwohl – auch als ein Versuch von Ironie gedacht – ist er höchstens als geschmacklos einzustufen. Geschmacklos und diskriminierend. Lachen kann ich auf jeden Fall nicht darüber, auch wenn ich zuerst an einen vorgezogenen, schlechten Aprilscherz gedacht habe.

Vielleicht bin ich ja auch nur zu ahnungslos – denn eine Ahnungslosigkeit unterstellt mir Herr Albern ja schon allein bedingt durch die Tatsache, dass ich Autistin bin.
Aber halt – ich muss mich korrigieren. Dank meiner mir häufig nachgesagten sprachlichen Korinthenkackerei geht es ja in dem Text nur um Autisten. Nicht um Autistinnen. Da sollte ich vielleicht einmal bei Herrn Albern nachfragen, ob er mich überhaupt meint, wenn er verallgemeinernd von dem Autisten schreibt. Doch sollte ich seinem Geschreibsel so viel Aufmerksamkeit schenken? Wert ist es das nicht. Ganz im Gegenteil. Am besten wäre es, wenn ein solcher Wortmüll so schnell wie möglich und ungelesen im Archiv der Readers Edition verschwindet.

Auf der anderen Seite war meine Wut beim Lesen viel zu groß, um diesen Text ignorieren zu können. Selbst Google schickte mir eine Mail, weil ich Einträge mit dem Stichwort „Autismus“ abonniert habe. Das bedeutet, dass noch mehr an Beiträgen über Autismus interessierte Menschen auf diese Weise auf den Text aufmerksam geworden sind und ihn möglicherweise lesen und reagieren werden. Auch, wenn der Verfasser am Ende seiner Ausführung nahezu albern darauf hinweist, dass Risiken und Nebenwirkungen seines Textes in keiner Apotheke abzufragen sind. Dieser Zusatz macht den Wortmüll nicht erträglicher. Denn egal, ob Ironie oder Ernsthaftigkeit, das Geschriebene ist und bleibt geschmacklos und diskriminierend und entbehrt jeglicher sachlicher Argumentation. Vielmehr frage ich mich, was Herr Albern mit diesem Text aussagen möchte. Eine sachlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Autismus und Religion beinhaltet er genauso wenig, wie er zum Lachen bringen kann, falls es sich hierbei lediglich um einen vorgezogenen Aprilscherz handelt.

Laut Blogform soll es bei ihren journalistischen Produkten um Veröffentlichungen mit einem hohen Qualitätsanspruch gehen. Wo bitte finde ich diesen in dem Text von Herrn Albern realisiert? Auch nach mehrmaligem Lesen und intensiver Suche bleibt er mir verborgen, der angebliche Qualitätsanspruch.

Auf die Einzelheiten in dem als Kommentar deklarierten Text möchte ich hier nicht näher eingehen.
Dazu gibt es einen Blogbeitrag bei Quergedachtes mit der Überschrift „Buchstabensuppe des Unwissens“, auf den ich an dieser Stelle verweise und in dem bereits alles aufgeführt ist, was es zum Inhalt dieses Geschreibsels und seiner Qualität zu sagen gibt.