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Ich kann nicht ruhig sitzenbleiben, wenn so viel Freude in mir ist.
Freude, die in meinem Innen-Sein hüpft wie ein Gummiball.
Am liebsten möchte ich aufspringen und in die Hände klatschen.
Oder mich im Kreis drehen, so, wie ich das früher gemacht habe als kleines Mädchen.
Ich weiß nicht, wie ich Freude ausdrücken kann ohne herum zu hüpfen.
Wenn ich mich freue, bin ich aufgeregt. Und wenn ich aufgeregt bin, muss ich mich bewegen, kann meine Hände und Füße nicht still halten.
„Ich freue mich.“, hat sie zu mir gesagt und ich freue mich so sehr, dass ich es kaum aushalten kann und von einem in das andere Zimmer laufe, während ich mit ihr telefoniere.

Die Freude ist ein schönes Gefühl, auch wenn sie mich wie in diesem Moment unvorhersehbar überrennt und ich meine Gedanken erst einmal sortieren muss, um zu begreifen, was gerade geschehen ist. Die Freude ist schneller. Und nicht kontrollierbar.
Sie hüpft immer schneller in mir und drängt durch den Körper hindurch in meine Hände und Füße hinaus aus dem Innen-Sein. Sie will raus.

Ich bin froh, dass ich zuhause bin und dieses schöne Gefühl nicht verbergen muss vor Außen-Menschen, die nicht verstehen, wenn eine erwachsene Frau plötzlich an zu hüpfen fängt und mit den Händen in der Luft herum fuchtelt. Hier in meiner Wohnung kann ich das und muss die Freude nicht unterdrücken. Sie darf hinaus und es tut mir gut zu spüren, dass ich mich freue. Sie in mir zu behalten wäre mit einer großen Anstrengung verbunden und würde die innere Unruhe bis in Unerträgliche steigern.

Wenn ich mit Außen-Menschen zusammen bin, geht es nicht anders.
Dann spüre ich diesen enormen Druck, die zunehmende Unruhe im Innen-Sein und die Angst, die Kontrolle über meinen Körper und meine „unangemessenen“ Reaktionen zu verlieren.
Es ist eine Anspannung, die schmerzt und immer größer wird. So groß wird, dass ich sie am Ende nicht mehr aushalten kann.
Aber jetzt brauche ich die Kontrolle nicht und das Verbergen, freue mich „wie ein Kind“ in dem ich von einem Zimmer in das andere durch die ganze Wohnung hüpfe und mit den Händen vor meinem Gesicht herum wedele.

Mit der Freude kommt auch die Ungeduld. Das Nicht-Abwarten-Können und das Zählen der Tage und Stunden anhand meines Wochenplaners, der im Flur hängt.
Immer und immer wieder muss ich darauf schauen, um mich zu vergewissern, dass die grünen Zettel mit ihrem Namen noch da sind, die mir bestätigen, dass die Zeit der Kein-Tage vorbei ist. Endlich vorbei ist.

Freude ist wie ein großer Hüpfball in meinem Bauch.
Jedes Mal, wenn ich an der Wochenplaner-Tafel im Flur vorbeigehe und die grünen Zettel sehe mit dem gelben Magnet-Smiley darunter.