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Zu viele Worte.
Angstworte.
Ich kann sie nicht aufnehmen.
Will sie nicht hören, weil jedes Wort schmerzt.
Möchte weglaufen, bevor alles in mich eindringt, mich überrennt.
Zu viele Worte.
Worte, die mich überfordern.
Mein Innen-Sein ist erstarrt.
Ich schweige.
Kann mein Fühlen nicht in Worte fassen, obwohl der Druck unerträglich ist.
Ich muss die Schmerzen spüren, die mein Innen-Sein verletzen.
Muss meine Hände zerkratzen, damit der Schmerz der Angstworte nach außen gelangt und nicht in mir bleibt.
In mir ist alles zu viel.
Zu viele Worte, die mich erdrücken.
Ich habe die Kontrolle über meine Hände längst verloren.
Gerötete Hände, die sich bei jedem Wort kratzen.
Aber lieber den Schmerz an den Händen ertragen als den Druck, der in meinem Innen-Sein ist.

Sie sagt, dass ich schweige, wenn ich überfordert bin, wenn alles zu viel ist.
Aber die Angstworte hören nicht auf.
Sie sehen meinen Schmerz nicht und den Druck in meinem Innen-Sein.
Nur sie spürt das, weil sie ein Innen-Mensch ist.

Zu viel.
Nicht nur an Worten.
Alles ist zu viel.
Es muss aufhören.
Ich will, dass es aufhört.
Will, dass kein Wort mehr in mein Innen-Sein dringt.
Und kein Fühlen, welches mich überfordert.
Will schreien, damit die Angstworte endlich schweigen.
Sehnsucht nach Stille.
Ich will, dass alles aufhört.
Dass die Gedanken aus meinem Kopf entweichen.
Dass sich das Erstarren in mir löst.
Dass die Anspannung nachlässt und der Druck erträglich wird.
Erträglich bleibt, auch wenn sich meine Hände nicht mehr kratzen.

Aber das Kratzen bleibt bis in die Nacht.
Weil der Schmerz nicht nachlässt, nachdem die Worte keine Stimme mehr haben.
Worte brauchen keine Stimme, um zu verletzen.
Sie kehren in Gedanken zurück.
Immer und immer wieder.
Angstworte.
Ich werde sie nicht mehr loswerden, egal, wie sehr ich mich kratze.
Ihr Schmerz wird bleiben.
Das Kratzen macht ihren Schmerz nur erträglich.
Auch während der Nacht, die schlaflos ist.