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Nein!
Das Gespräch heute war sehr konstruktiv. Mein Sohn wird auf der Schule bleiben können, wenn ich eine geeignete Schulbegleitung finde.
Aber ich spüre keine Erleichterung – nur Erschöpfung.
Woher soll ich die Kraft nehmen?
Wieder und immer wieder.

Meine Augen brennen. Jeder Kilometer Autobahn strengt an.
Auch die Scheinwerfer der entgegen kommenden Autos. Ich möchte die Augen schließen. Diesen Schmerz nicht mehr spüren.

Wie soll ich mich zusätzlich noch mit dem Fremden auseinandersetzen, wenn mir schon die Kraft fehlt, die aktuelle Problematik zu bewältigen? Eine Problematik, die seit Monaten besteht und so viel Raum einnimmt, dass kein Platz mehr bleibt für andere Gedanken.

Weiter fahren – immer weiter fahren. Weiter fahren, ohne anzuhalten.
Weg fahren. Weit weg. Irgendwohin, wo das Fremde mich nicht mehr erreicht.
Ich will keine Hilfe, die mich zusätzlich belastet.
Und Hilfe entlastet nicht, wenn sie zum Stressfaktor wird.

Ich will meine Gedanken ausschalten, alles ausschalten, was in mein Innen-Sein dringt und mich belastet. Es ist zu viel – einfach zu viel.

Das Brennen der Augen wird unerträglich.
Vielleicht kommt es vom ständigen Reiben der Lider und der Müdigkeit, die in mir ist.
Oder von dem Wunsch, weinen zu können, dem das Wasser für die Tränen fehlt.

Das Nein in mir wird immer lauter.
Was ich jetzt brauche, ist Sicherheit. Eine Sicherheit, die mich hält.
Fremdes bietet keine Sicherheit.
Ich will das Fremde nicht. Es macht mir Angst.

Wenn mich der Arzt morgen nach meinem Befinden fragt, werde ich ihm sagen, dass es mir schlechter geht seit es die Angstworte gibt.
Dass mir das Fremde den Halt nimmt, den mir das Vertraute gibt und die Hilfe auf diese Weise zu einer zusätzlichen Belastung wird.

Weiter fahren – immer weiter fahren. Weiter fahren, ohne anzuhalten.
Weg fahren. Weit weg. Irgendwohin, wo das Fremde mich nicht mehr erreicht.
Aber wohin soll ich fahren?
Ich kann gewohnte Wege nicht verlassen.
Ich schaffe es nicht einmal, einen Umweg zu fahren oder einen anderen Weg nach Hause zu nehmen als den, der mir vertraut ist.

Die Musik im Auto ist laut. So laut, dass sie alle anderen Geräusche um mich herum ausblendet. Doch wie kann ich die Gedanken ausblenden und die Angst vor dem Fremden, die allgegenwärtig ist und mich erschöpft?

Wie schön wäre es, das Sein einfach einmal für einen Moment abstellen zu können. Und mit dem Sein alle Gedanken und das Fühlen, die permanente Erschöpfung und das Außen, welches mich erdrückt mit seinem Zuviel an Forderungen, die ich nicht erfüllen kann.

Kurz schließe ich die Augen während ich im Stau stehe, damit das Brennen aufhört.
Aber es hört nicht auf.
Ich bin zu erschöpft, um den Schmerz lindern zu können, auch wenn das Gespräch in der Schule konstruktiv war.
Ich werde Vertrautes brauchen, das mir Halt gibt und mich entlastet.
Vertrautes, das mich beruhigt, in dem es einfach da ist und an meiner Seite bleibt.
Ich will nicht, dass Fremdes sich in Vertrautes mischt und mir den Halt nimmt.
Ich will nicht, das Fremdes mich verunsichert und die Hilfe dadurch zum Stressfaktor wird.
Die Hilfe soll Stressfaktoren reduzieren, nicht weitere produzieren.
Wenn die Hilfe zum Stressfaktor wird, dann will ich sie nicht mehr.
Auch, wenn ich es alleine nicht schaffe, wenn dann alles zusammenbricht.

Weiter fahren – immer weiter fahren. Weiter fahren, ohne anzuhalten.
Weg fahren. Weit weg. Irgendwohin, wo das Fremde mich nicht mehr erreicht.
In wenigen Minuten werde ich zuhause sein.
Zuhause sein und mich zurückziehen zu können.
Ganz in mich zurückziehen – unerreichbar sein.
Unerreichbar für das Fremde.