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An Tagen wie heute brauche ich etwas, das meinem Innen-Sein ein wenig Kraft gibt, weiter zu machen:

„Du darfst die Augen beim Tanzen nicht schließen oder vor dich hin träumen.Wenn du einmal auf der Bühne stehst, musst du das Publikum anschauen. Du musst mit dem Publikum spielen und es in deinen Bann ziehen.“

Ich werde niemals auf einer Bühne stehen, niemals.
Ich will nur für mich tanzen, nur für mich.
Ich liebe die orientalische Musik und die Momente, wenn ihr Rhythmus in meinem Körper ist.


Dann spüre ich mich ganz intensiv und fühle mich frei.
Befreit von dem permanenten Druck, so sein zu müssen wie die anderen.

Beim Bauchtanz bin ich anders, da ist das Anderssein Normalität.
Und doch bin ich auch im Anderssein anders.
Ich tanze mit geschlossenen Augen.
Mir ist es wichtig, den Text des Liedes zu verstehen, zu dem ich tanze.
Und ich singe mit. Laut – nicht nur still vor mich hin in Gedanken.
Ich fühle mich verbunden mit der Musik und versinke so sehr darin, dass ich nichts anderes mehr wahrnehme. Vor allen Dingen nicht die Menschen um mich herum.


Es entsteht keine Verbindung zwischen ihnen und mir, weil ich sie nicht mit einbeziehe in meinen Tanz, der nur mir gehört. Mir ganz allein.


Darum schließe ich die Augen – und weil ich mich so ausschließlich auf die Musik konzentrieren kann. Gleichzeitiges Hören und Sehen überfordert mich. Zu viele Reize auf einmal überfordern mich. Und ich will ganz bei der Musik sein, sie in meinem Körper aufnehmen und ihren  Rhythmus spüren, der durch die Bewegung wieder nach Außen gelangt.

Tanz ist nur ein flüchtiger Moment der Verbundenheit mit der Musik.
Und ein sehr intensiver, der meine Hände zum Flattern bringt.
Doch ich brauche sie nicht ruhig halten. Sie zu bewegen gehört beim orientalischen Tanz dazu. So fällt mein Aufgeregtsein nicht auf, obwohl es mein Innen-Sein überrennt, sobald ich die Musik höre und zu tanzen beginne.

Ich liebe den Rhythmus der Tabla, der sich wie der Herzschlag in meinem Körper anfühlt. Es gibt kaum Momente in meinem Leben, wo ich mich mich selber so intensiv spüre wie beim orientalischen Tanz.
Wenn ich einmal damit begonnen habe, möchte ich nicht mehr aufhören.
Dann schließe ich die Augen und wünsche mir, dass die Musik kein Ende nehmen wird.
Dass ich tanze und tanze und tanze und der Rhythmus der Musik für immer in mir bleibt.

Ein Glücksmoment, den ich mit niemandem teilen möchte, der nur mir gehört, mir ganz allein.