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Ich weiß gar nicht, ob ich mit Worten mitteilen kann, was ich sagen möchte.

Es ist so vieles in mir, was plötzlich nach außen drängt.
Viel zu lange war ich nur in mir. Festgehalten. Gefangen.
Nach außen ein Fremdwesen. Nicht ich.
Nur ein funktionierendes Konstrukt aus kopierten Verhaltensmustern.
Musterhaft aus fremden Mustern einer angepassten Normalität.
Weil mein Ich zu sehr anders war.
Nicht kompatibel.
Versteckt in mir.
Alltag hinter einer Wand, die mein Ich-Sein vom Außen trennt.
Maskenleben.
Eine fast perfekte Inszenierung.

Ich war nie der Mensch, den ihr gesehen habt.
Ihr kennt nur den Außenmenschen, das fremde Wesen
in dessen Hülle ich mich versteckt habe.

Jetzt möchte ich Ich sein.
Kein Fremdwesen mehr.
Keine Schauspielerin.
Es stimmt nicht, dass autistische Menschen das Rollenspiel nicht beherrschen.
Mein ganzes Leben war ein Rollenspiel.
Ein Eingezwängtsein in ein Anpassungskorsett
welches nun nicht mehr passt.
Frei sein, ich will frei sein.
Kein Fremdwesen mehr.

Doch wenn ich Ich bin, bin ich dem Außen fremd.
Fremd geworden, weil ich endlich der Mensch sein will, der ich immer war.
Ich habe ein Recht darauf, Ich zu sein.
Ich will Ich sein.
Es gibt kein Zurück mehr in das Fremdwesen.

Du bist nicht mehr die, die du einmal warst.
Du warst doch früher nicht so.
Du bist so anders geworden.

Ich war immer anders.
Aber ich habe es nicht gezeigt.
Anders war ich nur in mir.

Es gibt kein Früher mehr.
Kein Maskenleben.
Ich habe nicht mehr die Kraft, nicht anders zu sein.
Ich kann nicht mehr.

Viel zu lange war ich gefangen in mir.
Jetzt bricht es aus mir heraus.
Ich kann es nicht mehr aufhalten.
Aber ich will es auch nicht aufhalten.

Ich will endlich ich sein, jetzt, wo ich weiß, wer ich bin.
Ich will frei sein.
Ich sein.
Frei sein.
Sein.