Schlagwörter

, , , , ,

Sie war da – nicht da – da – nicht da – da – nicht da.
Ein sich ständig wiederholendes Ereignis, das nach Ablauf einer gewissen Zeit zur Routine wurde und sich in meinen Alltag einfügte.
Mit jeder Wiederholung wuchs die Sicherheit, dass die Kontinuität dieses Vorgangs erhalten bleiben würde wie bei einem Muster, welches sich unendlich fortsetzte, solange es niemand unterbrach.

Das Warten wurde leichter.
Die Zwischenräume erhielten Grenzen, die durch verbindliche Termine immer sichtbar waren.
Ich hatte etwas, woran ich mich orientieren und festhalten konnte.

Viele Menschen empfinden eine solche Struktur als beengend, weil sie sich nicht gerne festlegen und lieber spontane Entscheidungen treffen.
Für mich ist sie beruhigend, wie alles, was sich auf die gleiche Art und Weise immer und immer wiederholt und dadurch vorhersehbar wird.
Und befreiend.
Muster und Strukturen haben etwas Befreiendes.

Unsere Freundschaft hatte nun ein Muster.
Ein Muster mit einer weitläufigen, aber verbindlich wiederkehrenden Struktur.
Ein Muster, das sich auf immer gleiche Weise fortsetzte.
Ein Muster, welches sich mit meiner Tagesablaufstruktur verband.
Ein Muster, das mir Sicherheit gab und Halt.
Ein Muster, welches sie mir greifbar machte.
Ein Muster, das ich vor Veränderungen bewahren musste.
Denn Veränderungen zerstörten die Harmonie eines Musters.
Veränderungen lösten ein Chaos aus.
Veränderungen machten mir Angst.

Veränderungen sind unvermeidlich.
Auch in einer Freundschaft.
Veränderungen verlangen Flexibilität.

Aber wie konnte ich Flexibilität in ein Muster einbauen, ohne dessen Harmonie, welche durch die rigide Gleichförmigkeit von Strukturen entsteht, zu zerstören?